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Custom Robo Arena


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Custom Robo Arena - Review vom 07.06.2007

"Wieso warst du wirklich beim Arzt?" - "Batterien aufladen. Ich bin ein Roboter!"
Mit „Custom Robo Arena“ erscheint nach langer, langer Zeit endlich das erste Spiel der Serie in Europa. Die Japaner bauen ihre Custom Robos schon seit den N64-Zeiten. Für alle Neulinge daher eine kleine Einführung zur Serie: „Custom Robo“ präsentiert sich meist in Form eines Rollenspiels. Das Setting erinnert stark an einen typischen japanischen Anime, man spielt einen leicht verzogenen Teenager und dieser will (wie sollte es auch anders sein)der beste Robo-Commander werden. Storytechnisch zu größten Teilen an Animeserien wie Beyblade angelehnt, präsentiert sich „Custom Robo“ aus spielerischer Sicht ungefähr wie Pokémon. Nur viel linearer und actionreicher. Nach zwei N64- und einer GBA-Epsiode, die nur den Japanern dargeboten wurde, schaffte es das GameCube-Spiel „Custom Robo: Battle Revolution“ immerhin in die USA und erinnerte grafisch wie auch spielerisch sehr an den Singleplayer-Modus von „Pokémon Colusseum“. Mit dem DS-Ableger „Custom Robo Arena“ dürfen nun auch erstmals Europäer Hand an die Serie anlegen.

Was ist ein Custom Robo?
Habt ihr das Spiel gestartet, werdet ihr auch direkt ohne eine wirklich pompöse Einleitung in die Geschichte geworfen. Ihr seid ein namenloser Held, der natürlich Robochamp werden möchte, um danach dem Polizeicorps beizutreten. Die Geschichte ist dabei sehr strukturiert. Jeden Morgen steht ihr auf, frühstückt, geht zur Schule und erlebt dann am Nachmittag irgendetwas ungeheuer Aufregendes. Am Abend geht es dann wieder zum Abendessen nach Hause und danach auch schon wieder ins Bett. Dieser Kreislauf wiederholt sich immer und immer wieder, mit dem Unterschied, dass es immer etwas Neues zu entdecken gibt. So dürft ihr beispielsweise das Schulturnier mit eurem Custom Robo bestreiten, euren Vater bei der Entwicklerfirma NeoBrain besuchen oder euch mit Rüpeln auseinandersetzen, die Straßenduelle mit Custom Robos austragen und auch nicht davor zurückschrecken, spezielle, illegale Bauteile in ihren Robos zu benutzen.

Auch wenn ihr die meiste Zeit mit Dialog und rotem Faden (was auf die Dauer ein wenig demotiviert) durch die Story geführt werdet und ihr auch vor jedem Kampf gefragt werdet, ob ihr auch wirklich bereit seit, so ist ein guter Custom Robo trotzdem unerlässlich. Zu Beginn des Spiels erhaltet ihr von eurem Vater das Standardmodell, welches Serien-Veteranen und „Smash Brothers Melee“-Trophäensammlern bestens bekannt ist: Das Modell Ray MK II. Es gibt einige verschiedene Grundmodelle, die sich in Bereichen wie Schnelligkeit oder Robustheit unterscheiden. Ray MK II ist ein ausgewogenes Anfängermodell der Klasse „Lichtkrieger“. Viel wichtiger als das Robo-Modell sind jedoch die einzelnen Bauteile, die auch für die Namensgebung des Spiels verantwortlich sind. Ihr könnt euren Robo komplett individuell mit Bauteilen ausrüsten – vorausgesetzt ihr besitzt diese Bauteile dann auch. Ein Custom Robo besitzt eine Waffe, Stiefel, Drohnen und Raketen. Die Bauteile sammelt ihr nun wie Pokémon. Weit über 100 Bauteile gibt es von Gegnern oder Shops abzustauben. Waffen-Bauteile zeichnen sich meist durch Faktoren wie Genauigkeit, Durchschlagskraft und Nachladezeit aus. Die Stiefel-Bauteile eures Robos beeinflussen in erster Linie die Agilität, wie weit und wie lange ihr springen könnt. Die Raketen-und Drohnen-Bauteile variieren eure Sekundärwaffen. Je nach Bauteil wird die Flugrichtung, Schnelligkeit und Durchschlagskraft eurer Raketen beeinflusst und Drohnen kommen in bestimmter Anzahl mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten und Fähigkeiten zur automatischen Zielerfassung. Kombiniert ihr fleißig eure Bauteile könnt ihr so einen mächtigen Robo konstruieren. Das Spiel bietet euch dabei die Chance mehrere Konfigurationen abzuspeichern, damit ihr für jeden Gegner die passende Antwort parat habt.

Optionen, Optionen… und WiFi!
Die Story ist nicht gerade das Gelbe vom Ei, keine Frage. Zu langsam kommt sie in Fahrt, wirkt an einigen Stellen belanglos und weiß nicht so recht in welche Richtung sie eigentlich möchte. Das macht aber nichts, denn durch das Sammeln von Bauteilen und Robo-Modellen seit ihr genug motiviert, um die Story weiterzuspielen. Dazu kommt noch, dass ihr euch im Laufe der Geschichte einige Spezialmoves wie beispielsweise den MaxImpuls (steigert kurzzeitig die Werte eures Robos) aneignet. Zudem könnt ihr euch im Robo-Center jederzeit in Duellen austoben, euren Rang erhöhen und für das gewonnene Geld nicht nur neue Bauteile sondern auch neue Arenen kaufen. Falls euch mal nicht nach Duellen zumute sein sollte, so könnt ihr jederzeit an eurem Custom Robo herumbasteln und in einer Testarena jede einzelne Konfiguration testen. Zudem dürft ihr „Nintendogs“-inspiriert euren Roboter mit einem Tuch putzen, um seine Funktionstüchtigkeit im Kampf zu verbessern. Bis auf dieses Feature, einigen kleinen Spielereien und der Menüführung wird der Touchscreen jedoch außer Acht gelassen. Allerdings wird von beiden Bildschirmen profitiert, wenn der untere Screen im Kampf die Energieanzeigen einblendet und ab und an auch mal eine kleine Filmsequenz über den Screen flackert. Der größte Motivationsfaktor für das Spiel ist aber sicherlich die WiFi-Connection. Allein der Gedanke mit seinem komplett eigens gebasteltem Roboter gegen andere in die Arena zu steigen, sorgt hier für Kribbeln in den Fingern.

Es darf also gekämpft werden. Diese laufen recht simpel ab. Vor dem Kampf befindet sich euer Robo in einer Würfelform und muss sich erst verwandeln. Zunächst wird euer Robo mittels einer Kanone, die ihr steuern könnt, in die Arena katapultiert. Danach verwandelt er sich in seine eigentliche Form. Durch schnelles Tastendrücken könnt ihr diesen Vorgang beschleunigen. Danach geht’s los. Jeder Robo hat 1000 Trefferpunkte, die es mit gezielten Treffern mit Primärwaffe, Raketen und Drohnen niederzumachen gilt. Alles läuft dabei in Echtzeit ab und wenn eurer Robo einem Angriff ausweichen soll, müsst ihr schon selbst die entsprechende Taste drücken. Ferner müsst ihr natürlich ein Gefühl für euren Robo und den momentanen Gegner bekommen. Nur so könnt ihr beispielsweise herausbekommen, ob ihr besser offensiv oder auf Distanz spielt. Auch Ausweichmanöver wollen erst einmal geübt werden. Denn einen Treffer zu kassieren wäre auf Dauer fatal. Nach einer bestimmten Trefferanzahl sinkt euer Robo nämlich zu Boden und befindet sich dann für kurze Zeit in einem handlungsunfähigem Schockzustand, den ganz besonders spätere Gegner schamlos ausnutzen. Frust kommt dabei aber glücklicherweise nicht auf. Ein „Game Over“ gibt es nicht. Verliert ihr ein Duell, dürft ihr es einfach erneut probieren. Bringt auch dies nichts, so dürft ihr für euren Gegner Handycaps aktivieren und er muss zum Beispiel mit 50% weniger Trefferpunkten in dem Kampf starten.

Steuerung:
Auch hier gibt es wenig zu mosern. Der Spieler hat die Wahl aus 5 verschiedenen Steuerungsvarianten. Da dürfte für jeden etwas dabei sein. Die Touchscreen-Schaltflächen für eure Custom Robo-Konfiguration lassen sich zudem links oder rechts ausrichten. Es bleibt eine effiziente Steuerung. Laufen mit dem Steuerkreuz, Springen mit dem A-Knopf, Schießen via B-Knopf und die Schultertasten für Drohnen und Raketen. Die Touchscreen-Funktionen finden steuerungstechnisch sonst zwar so gut wie keine Verwendung, dies ist in Anbetracht des Spieltyps jedoch nicht sonderlich tragisch.

Grafik:
Die Grafik ist ein zweischneidiges Schwert. Alle Duelle zeigen sich in wunderhübschen 3D, das zwar nicht ganz an die N64-Episoden heranreicht, jedoch alles in allem für den Nintendo DS wirklich schick ist. Denn Ruckler gibt es nicht und alles läuft flüssig. Dazu gesellen sich dann noch recht akzeptable Effekte und Explosionen. Die Oberwelt-Grafik im RPG-Part ist jedoch völlig unverständlicherweise in 2D gehalten, hat Mühe mit einem „Pokémon Rubin“ oder „Saphir“ mitzuhalten und ist stellenweise leider viel zu schlicht. Einzig und allein die netten Charakterartworks können hier überzeugen und die Innenareale sind zum Teil sehr detailliert eingerichtet.

Sound:
Bei der Klangkulisse wurde bis auf ein paar klitzekleine Ausnahmen alles richtig gemacht. Stimmige Melodien, die sich dem Spielsetting anpassen geben sich mit den rockigen Tönen bei den Custom Robo-Duellen gegenzeitig die Klinke in die Hand. Auch die Soundeffekte sind schick und geben einem das Gefühl, das man hier auch wirklich hat.

Features:
„Custom Robo Arena“ bietet viel zu entdecken, sofern man es mal schafft sich von der Hauptstoryline loszureißen, die einen mit einem zu starken roten Faden fast keine Zeit mehr für das Übrige lässt. So können neben dem Sammeln von Bauteilen und Aufmotzen eures Robos beispielsweise sogenannte „Commander-Missionen“ erfüllt werden. Dies sind Robokämpfe unter bestimmten Bedingungen. Bei erfolgreicher Absolvierung gibt es da natürlich eine Belohnung. Nur die DS-Features an sich kamen ein wenig zu kurz und wirkten hier und da doch eher aufgedrückt. Das Spiel wäre sicher auch ohne sie ausgekommen.

Fazit:
„Custom Robo Arena“ ist, um es ohne Umschweife zu sagen, ein Future-Pokémon mit Robotern, das jedoch einige kleinere Schwächen in Grafik und Story besitzt. Und das ist eigentlich schon ein Indiz dafür, dass das Spiel gar nicht so schlecht sein kann. Im Gegenteil, „Custom Robo“ ist sogar ein wenig mehr als nur grundsolide. Robofreunde und auch diejenigen, die schon einmal ein „Custom Robo“-Spiel in der Hand hatten, dürfen auch hier beherzt zugreifen.

Lars Peterke für PlanetDS.de

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.

WERTUNG:
81%
Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 1 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Rundum gelungen, nur die DS-Features kamen ein wenig zu kurz. Innovationsfaktor:
++---  (2 von 5 Sternen)
Nicht viel Neues, aber Onlinefunktionen.
Grafik

In den Kämpfen schickes 3D, der Rest in zum Teil detailliertem GBA-Niveau.
Sound

Rockige Sounds unterstützten das Kampfgeschehen.
Spielspaß

Eher trockene, lineare Story, jedoch mit Sammelsucht-Faktor.







Details
Spielname:
Custom Robo Arena

Publisher:
Nintendo

Developer:
Nintendo

Genre:
Rollenspiel

Release:
07.20.2705

Multiplayer:
ja, auch online.

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (7)

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